Radioexplosion trifft die Erde aus einer Milliarde Lichtjahren Entfernung

Jeden Tag ist der Weltraum mit Tausenden mysteriöser Radiostrahlen gefüllt, enormen Blitzen, die in der Regel in wenigen Millisekunden so viel Energie enthalten, wie die Sonne in einem halben Tag in allen Wellenlängen aussendet. Niemand weiß, was diese schnellen Funkstöße (FRBs) verursacht, aber Theorien beinhalten so dramatische Möglichkeiten wie die Kollision von Neutronensternen oder Neutronensternen, die von Schwarzen Löchern gefressen werden. Jetzt hat ein Team von Astronomen den bisher hellsten derartigen Blitz gesehen. Weil es so hell war, konnten die Wissenschaftler beobachten, wie das Signal durch das intergalaktische Medium, durch das es wanderte, verändert wurde, so wie der Durchgang des Sternenlichts durch die Erdatmosphäre die Sterne funkeln lässt. Auf der Grundlage der Streuung und Verzerrung des Signals bestätigte das Team, dass das Signal mindestens eine Milliarde Jahre unterwegs war - was bedeutet, dass seine Quelle mindestens eine Milliarde Lichtjahre entfernt war, berichten sie heute in Science. Das Team verwendete den Blitz auch, um die Eigenschaften der empfindlichen Plasmen zwischen Galaxien wie Magnetismus und Turbulenz zu bestimmen, und bestätigte frühere Theorien, dass sie weder stark magnetisiert noch turbulent sind. Das ist wichtig, sagen die Wissenschaftler, denn es gibt nur wenige andere Möglichkeiten, das galaktische Medium zu untersuchen, das fast 40% der gesamten nicht-dunklen Materie in der Galaxie enthält. Da FRBs jedoch ohne Vorwarnung auftreten und sich nicht wiederholen, ist es unwahrscheinlich, dass Wissenschaftler bald eine ähnliche Chance erhalten. Das Team, das einen Neutronenstern in unserer eigenen Galaxie beobachtete, hatte das Glück, sein Teleskop genau in die richtige Richtung zu richten.