Wirtschaftsprüfer nehmen Bürokratie beim EU Science Funder in Kauf

Rahmenprogramm 7 / Europäische Union

BRÜSSELEL Wissenschaftler, die Zuschüsse aus dem wichtigsten Forschungsförderungsprogramm der Europäischen Union, dem Rahmenprogramm 7 (RP7), beantragen, müssen sich unnötigen bürokratischen Hürden stellen, so die Haushaltskontrolle der Europäischen Union. In einem heute hier vorgelegten Bericht schreibt der Europäische Rechnungshof, dass die RP7-Verfahren trotz der jüngsten Verbesserungen komplex und manchmal inkonsistent bleiben.

Die Ergebnisse könnten die umstrittenen Bemühungen der Europäischen Kommission unterstützen, die Finanzierungsverfahren für das nächste 7-jährige EU-Finanzierungsprogramm, das als Horizont 2020 bekannt ist und im nächsten Jahr beginnen soll, zu überarbeiten. Das RP7 begann 2007 und endet in diesem Jahr.

Eine der Hauptkritikpunkte des Berichts ist, dass die Regeln des RP7 häufig nicht mit den weit verbreiteten Methoden der Rechnungslegung und des Managements von Forschung vereinbar sind. Zum Beispiel gaben 59% der vom Gericht befragten Empfänger von RP7-Finanzmitteln an, dass sie die Systeme ändern müssen, mit denen sie verfolgen, wie die Forscher ihre Zeit verbracht haben, um die Vorschriften der Europäischen Kommission für die Erstattung von Personal zu erfüllen, was zu Verwaltungsproblemen führt. Die Finanzhilfeempfänger gaben auch an, dass sie mit inkonsistenten Auslegungen der RP7-Regeln konfrontiert waren, unter anderem, weil die Praktiken in verschiedenen Teilen der Kommission und sogar von einem Mitarbeiter zum anderen unterschiedlich waren.

Das Gericht stellte außerdem fest, dass Forscher mit einem geringen Risiko, Geld zu missbrauchen, "zu vielen Kontrollen unterworfen sind", und fügte hinzu, dass die Kommission ihre Finanzkontrollen auf die Institute konzentrieren sollte, die am meisten anfällig für Rechnungslegungsfehler sind. Eine Verbesserung, so der Bericht, könnte darin bestehen, eine in der Schweiz und anderswo angewandte Praxis einzuführen, die den Empfängern von Finanzhilfen Risikobewertungen auf der Grundlage ihrer Aufzeichnungen bei früheren Finanzkontrollen zuweist.

Der Bericht ist eine "angemessene Einschätzung der Stärken und Schwächen des RP7", sagte ein Sprecher der Europäischen Kommission in einer Erklärung. Die Kommission werde sich mit ihren Empfehlungen befassen, unter anderem mit den Vorschlägen zur Verbesserung der Informationstechnologiesysteme und zur Zuweisung von Verwaltungsmitarbeitern. Die Europäische Kommission habe die RP7-Regeln bereits "geändert", um sie an die bestehenden Praktiken anzupassen. "Dies wird auch in Horizont 2020 so bleiben."

Einige der vorgeschlagenen Regeln für Horizont 2020 sind jedoch umstritten. Insbesondere möchte die Kommission einen einheitlichen Pauschalbetrag für die Erstattung indirekter Forschungskosten verwenden - eine Idee, die Universitäten, Forschungseinrichtungen und nationale Förderorganisationen wiederholt kritisiert haben und die geltend macht, dass der Pauschalbetrag zu einer unfairen Senkung ihres Finanzierungsniveaus führen könnte. Das Thema bleibt ein Stolperstein bei den Horizont-2020-Verhandlungen zwischen den Forschungsministern und dem Europäischen Parlament.